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Pelléas et Mélisande

Eine rätselhafte junge Frau, die sich über ihre Vergangenheit in Schweigen hüllt, das Drama um eine unglückselige Liebe - ein Stoff, der immer wieder zu faszinieren vermag und in der Kunst ebenso oft Niederschlag gefunden hat und nach wie vor findet. Geradezu ein Paradebeispiel dafür ist Maurice Maeterlincks Schauspiel 'Pelléas et Mélisande', in zahlreichen Vertonungen wiedergegeben so auch von Jean Sibelius: Eine Komposition, welche das Unaussprechliche, das Unausgesprochene mit musikalischen Mitteln zum Ausdruck bringt, nicht psychologisierend, sondern auf traurig-introvertierte Stimmungsbilder bauend und dies mit viel Liebe zum Detail. Zu hören am 29.9. in Cham mit der Zuger Sinfonietta, welche nicht nur in die neue Saison sondern auch in ein Jubiläumsjahr startet.

Die Gezeichneten

Mit einer spätromantischen Künstleroper gespickt mit viel Erotik, Dekadenz und Exzessen jeglicher Art wird das Opernhaus Zürich die neue Spielzeit eröffnen. In der NS-Zeit als entartete Kunst diffamiert und aus dem kulturellen Leben verbannt, haben die Werke von Franz Schreker den Weg auf die Opernbühnen dieser Welt zurückgefunden, so auch Die Gezeichneten; ein Stück, welches im Genua der Renaissance angesiedelt ist, dessen Handlung jedoch problemlos in jedwelche Zeitepoche transportiert werden kann: Ein Mensch auf der Suche nach Erlösung und nach verlorenen Gefühlen in einem zunehmend frostigeren Lebensraum, ein Schöpfer eines künstlichen Paradieses, einer Insel der Dekadenz, auf welcher das Ersehnte schlussendlich nicht zu finden ist. Üppig-schwelgerisch komponiert werden die Abgründe der menschlichen Seele schonungslos offengelegt - Ein grossartiger Auftakt in eine vielversprechende neue Saison am Opernhaus Zürich.

Liederzyklus

Ein häufig verarbeitetes Sujet in der Musik ist der Tod, geht es indessen um den schrecklichen Verlust eines Kindes, welcher allenfalls akzeptiert, von Betroffenen jedoch nie wirklich verwunden werden kann und ein Leben komplett verändert, wird an einem Tabuthema gerüttelt. Mit den Kindertotenliedern wagte sich Gustav Mahler an dieses sensible Thema, ein Liederzyklus so zurückhaltend, zärtlich und berührend - verwoben in einer feinen und dichten Kammermusik: Ein Trost in einer untröstlichen Situation. Ab dem 8.9. zu hören und zu erfahren in einer szenischen Umsetzung am Luzerner Theater in der Box.

Schott journal

Gibt es eine höhere Macht, ist unser Leben vorbestimmt, welchen Einfluss hat der freie Wille auf unsere Lebensgestaltung? Fragen, die in einer hoch technologisierten und dem Machbarkeitswahn verfallenen Welt mehr denn je an Bedeutung gewinnen und vor allem in Literatur und Musik immer wieder ihren Niederschlag finden. Das Schicksal also annehmen, sich diesem widersetzen? Die Herbstausgabe des Schott journals kreist genau um diese existentiellen Fragen - das Fatum ist der Aufhänger, und es wird aufgezeigt, in welcher Form dieses schwer greifbare Thema in unterschiedlichen Kompositionen eingeflossen ist. Wie immer gewährt auch diese Ausgabe Informationen zu Neuerscheinungen, zu Musiktheaterproduktionen und liefert hilfreiche Tipps zur Programmplanung.

Leonard Bernstein@100

Es wird gefeiert, was das Zeug hält und dies nicht erst seit gestern; etwas vornehmer ausgedrückt wird im Rahmen eines Memory Project's seit 2017 keinem geringeren als Leonard Bernstein gehuldigt, dem grossen Künstler, Komponisten und Musiker die Reverenz erwiesen. Welt- und auch schweizweit sind in den vergangenen Monaten zahlreiche Konzerte und Veranstaltungen über die Bühne gegangen, und es werden weitere folgen; der eigentliche Höhepunkt steht jedoch noch bevor: Am 25.8.2018 wäre Lenny 100 Jahre alt geworden - gerne schliessen wir uns den guten Wünschen an.

Edizioni Suvini Zerboni

So wohlklingend der Name des Mailänder Musikverlages Edizioni Suvini Zerboni anmutet, so breitgefächert ist das von Atlantis vertretene Verlagsprogramm der Milanesi, welches sich sehen und vor allem hören lassen kann. Im zeitgenössischen Segment sehr stark vertreten und darauf bedacht, dieses stetig auszubauen, zählen so illustre Komponisten wie Luigi Dallapiccola, Franco Donatoni, Carlo Ciceri, Bruno Maderna, Alessandro Solbiati, Maurillio Cacciatore und Stefano Gervasoni  - um nur ein paar wenige zu nennen - zu den wichtigsten Autoren. Stefano Gervasoni beispielsweise wird am 25.8. im Rahmen des Lucerne Festivals mit Eufanique vertreten sein, international bestens vernetzt findet sein Schaffen auch hierzulande die gebührende Beachtung.

Jacques Offenbach OEK-Critical Edition 2019

Kaum auf der Zielgeraden der noch laufenden Saison eingebogen, werden die Startblöcke für die kommende schon wieder eingestellt. Ein Ausblick auf 2019 lohnt sich deshalb allemal, zu feiern gibt es beispielsweise sowohl den 200. Geburtstag von Jacques Offenbach als auch '20-Jahre OEK-Critical Edition'. Hilfestellung bei der Programmplanung leistet Boosey&Hawkes/Bote&Bock mit einer Auswahl an Bühnen- und Orchesterwerken und mit der Zurverfügungstellung von Audio Playlists und Online-Partituren. Die ideale Gelegenheit für Bühnen und Orchester, einem der vielseitigsten Komponisten des 19. Jahrhunderts und eigentlichen Begründer der Opéra-bouffe die Reverenz zu erweisen.

Jacques Offenbach 2019/200/20...

Auch 2019 wird für die Musik- und Verlagswelt hoffentlich in jeder Hinsicht ein veritables Jubeljahr werden: Gebührend zu feiern gibt es sowohl den 200. Geburtstag von Jacques Offenbach als auch '20-Jahre OEK-critical edition' - die kritische Gesamtausgabe, welche bei Boosey&Hawkes/Bote&Bock Berlin herausgegeben wird und deren Edition gewissermassen einer Sisyphusarbeit gleich kommt, denn die meisten Autographe der Werke waren seinerzeit in alle Winde zerstreut, originale Orchestermateriale aus Archiven französischer Verleger durch Nachlässigkeit zerstört oder ganz einfach verloren gegangen. Die Mühen, sprich die diversen Rekonstruktionsarbeiten haben sich mehr als gelohnt und lohnen sich als work-in-progress nach wie vor - mehr dazu in der Frühjahrsausgabe von Nota Bene.

UE-Magazin

Einen Blick über den Tellerrand, sprich über Landesgrenzen hinaus zu wagen, zählt im kulturellen Bereich gewissermassen zur Pflicht - allerdings zu einer angenehmen: Einen Hauch von Welt vermittelt beispielsweise das bei Universal Edition herausgegebene digitale Magazin, in welchem aktuelle internationale Produktionen der wunderbaren Werke aus dem Wiener Verlag vorgestellt werden - Die ideale Inspirationsquelle und nur einen Klick entfernt.

Trouble in Tahiti

In diversen Privatwohnungen zu Besuch sein wird eine kleine Theatertruppe des Theaters Basel ab dem 28.3.; in trauter Runde - quasi vom Sofa aus - darf sich eine überschaubare Gästeschar die ganz normalen Widrigkeiten des Beziehungs-und Ehealltags vor Augen und Ohren führen lassen. Ein rasantes Kammerspiel, eine Mischform zwischen Oper und Musical ist Leonard Bernsteins Einakter Trouble in Tahiti, in welchem jazzige Melodien und eingängige Songs im Wechsel mit Arien und dramatischen Szenen Unterhaltung pur bieten und für ein durchaus versöhnlichen Ende gesorgt ist.

Der Spieler

Alles dreht sich um Geld, Schulden und Liebe, um die Existenz schlechthin in der burlesken, tragikomischen Oper Der Spieler von Serge Prokofieff: Ein Konversationsstück gespickt mit Dialogen, Rezitativen und Sprachgesängen, ein durchkomponiertes musikalisches Mosaik, welches von einem riesigen Orchesterapparat und 31 Gesangsstimmen getragen wird. Ab heute in einer Schweizer Erstaufführung bis in den Juni hinein regelmässig zu hören und zu sehen am Theater Basel.

Schott journal - News for Music Makers

Im Jubel, Trubel rund um die Leonard Bernstein-Feierlichkeiten darf Bernd Alois Zimmermann keinesfalls vergessen werden, auch sein Geburtstag jährt sich 2018 zum hundersten Mal. Der Musiker, der sich mit traumwandlerischer Sicherheit zwischen verschiedenen Zeiten, Genres und Stilen des zeitgenössischen Schaffens zu bewegen verstand, als Komponist zwischen den Generationen bezeichnet wurde und bis zum heutigen Tage als einer der einflussreichsten Komponisten des 20. Jahrhunderts gilt, wird nun in der März/April Ausgabe des Schott Journals entsprechend gewürdigt.

Die Wunder der Natur

Dass naturwissenschaftliche Phänomene als Inspirationsquelle für die Schaffung von Choreografien dienen, erstaunt nicht weiter. Überzeugend zu sehen und zu hören ist dies ab dem 13.1. im Opernhaus Zürich mit der Produktion Emergence/Speak for Yourself, in welcher in der ersteren das ausgeklügelte soziale Gefüge eines Bienenvolkes und in der anknüpfenden das Aufeinandertreffen chemischer Elemente vertanzt werden - zu Musik von Steve Reich, Johann Sebastian Bach und Owen Belton.

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